Der Malteser Hilfsdienst e.V. Saarbrücken möchte Verwandte von Demenzkranken bei ihrer Arbeit unterstützen. Sie bieten den Entlastungsdienst für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz an, kurz EfA genannt. Geschulte Helfer kommen stundenweise in eine Familie und betreuen den Erkrankten: Sie spielen mit ihnen, singen, lesen vor - oder schenken einfach nur Zeit. "Die Angehörigen können währenddessen Pause machen", sagt Monika Heinz. Ein paar freie Stunden - Zeit, um sich etwas Gutes zu tun oder lang Aufgeschobenes zu erledigen.
Monika Heinz ist Ansprechpartnerin für den Entlastungsdienst in Saarbrücken. Angehörige können sich bei ihr melden. Es folgt ein Kennenlern-Gespräch mit der Familie, in dem beispielsweise besprochen wird, wie sich der Erkrankte gern beschäftigt. So soll eine passende Helferin oder ein passender Helfer gefunden werden. Wann, wie oft und wie lange ein Helfer im Einsatz ist, sprechen die Angehörigen mit Standortkoordinatorin und Helfer ab. "Wir stehen auf Abruf bereit", so Monika Heinz.
Neben der stundenweisen Betreuung zu Hause besteht außerdem die Möglichkeit, dementiell erkrankte Angehörige in 14-tägigen Abständen für jeweils 3 Stunden im Café Malta, einer Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz, betreuen zu lassen. Im Café Malta finden neben Betreuung individuelle Angebote statt, um bei den Patienten gezielt vorhandene Fähigkeiten und Talente anzuregen. Das gemeinsame Tun vermittelt zusätzliche Energie und Lebensfreude.
Die Kosten für die Demenzbegleitung im EfA und Café Malta übernehmen in der Regel die Pflegekassen. Pflegenden Angehörigen steht ein Jahresbudget für Entlastungsdienste zu, die Höhe hängt vom Grad der Demenzerkrankung ab. Dieses Jahresbudget ist unabhängig von einer Pflegestufe, d.h., Menschen, die bisher in keiner Pflegestufe eingestuft sind, haben erstmals Anspruch auf sog. "zusätzliche Betreuungsleistungen", diejenigen, die bereits in einer Pflegestufe eingestuft sind, erhalten diese Leistungen zusätzlich. Die Malteser helfen bei den Anträgen an die Kassen - und übernehmen auf Wunsch die Kostenabwicklung.
15 interessierte Schulungsteilnehmerinnen und - teilnehmer haben am 11.05.10 ihren Abschluss zum Demenzbegleiter mit Erfolg bestanden; einige von ihnen haben sich entschlossen, in den Entlastungsdiensten mitzuarbeiten. Für den EfA-Dienst und das Café Malta stehen in Saarbrücken derzeit 14 Helfer und Helferinnen bereit, die in einer 30-stündigen Schulung auf die Arbeit vorbereitet wurden. Die Qualifizierung erfolgte über das Modul "Demenzkranke verstehen und begleiten", das zu der sozialpflegerischen Ausbildung der Malteser gehört. Sie unterliegt bundeseinheitlichen Qualitätsstandards. Hier wird unter anderem Grundlagenwissen zum Umgang mit demenzerkrankten Menschen auf der Grundlage einer speziellen Haltung und Gesprächsführungstechnik (Validation) vermittelt. Monika Heinz: "Unsere Helfer und Helferinnen freuen sich auf ihre Aufgabe. Sie wissen, dass die Arbeit mit Demenzkranken nicht immer leicht ist, dafür aber oft bereichernd für beide Seiten."
Informationen, Unterstützung bei der Antragstellung für zusätzliche Betreuungsleistungen nach § 45 b SGB XI und Anmeldung zum Café Malta/EfA bei Monika Heinz, Standortkoordinatorin "Hilfen für Pflegende", Tel. 0176 /96 47 67 49 oder unter
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- www.malteser-saarbruecken.de
Malteser bieten Entlastungsdienst für Angehörige von Menschen mit Demenz - 15 neue Demenzbegleiter schließen Demenzbegleiterschulung mit Erfolg ab
[21.05.2010] Saarbrücken. An einen Besuch beim Friseur ist nicht zu denken. Der Arzttermin, aufgeschoben, ein ums andere Mal. Freizeit? Fehlanzeige. Wer einen Demenzkranken zu Hause pflegt, stellt dessen Wohlergehen in den Mittelpunkt. Die Kranken brauchen Nähe, und sie benötigen nahezu rund um die Uhr Aufmerksamkeit. Um diese schenken zu können, opfern sich die Pflegenden oft regelrecht auf. Meist sind es die Ehepartner. Sie stellen eigene Bedürfnisse hinten an, gehen an Grenzen der Belastbarkeit - und oft darüber hinweg. Einer Forsa-Umfrage zufolge gibt jeder zweite pflegende Angehörige an, sich mit seiner Aufgabe überfordert zu fühlen. Und dennoch machen sie weiter. Aus Liebe, aus Verantwortung demjenigen gegenüber, der oft nicht mehr den Namen des Menschen kennt, der sich Tag und Nacht um ihn kümmert.




