Montag, den 21. Juni 2010 um 14:42 Uhr

Die Angst vor der Ersten Hilfe verlieren Empfohlen

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Zweiter Schulsanitätsdienst-Tag der Malteser in Höxter-Stahle

Zweiter Schulsanitätsdienst-Tag der Malteser in Höxter-StahleWer hilft bei Sportunfällen, bei Verletzungen auf dem Schulhof oder auch bei Kreislaufproblemen eines Lehrers? Im Schulalltag wurde früher die Sekretärin gerufen oder ein Lehrer alarmiert. "Das dauerte oft zu lange und der helfende Lehrer musste seine Klasse allein lassen", berichtet Schulleiterin Marianne Lohmann-Appel von der Gemeinschaftshauptschule in Höxter-Stahle. "Seit 2004 haben wir zum Glück einen Schulsanitätsdienst, der im Ernstfall über Handy alarmiert wird und dank der umfassenden Aus- und Fortbildung der Malteser schnell und qualifiziert helfen kann."

Stolz auf dieses Lob begrüßte der Stadtbeauftragte und Ausbildungsleiter der Malteser in Höxter Dr. Norbert Kurowski die 30 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler des zweiten Treffens der von den Maltesern im Kreis Höxter betreuten Schulsanitätsdienste aus der gastgebenden Gemeinschaftshauptschule Stahle, der Dr. Jasper Realschule Holzminden, dem Gymnasium Brede Brakel sowie dem Gymnasium St. Kaspar Neuenheerse. Veranstalter war die Katastrophenschutzeinheit der Malteser im Kreis Höxter, an der neben den Ortsgliederungen Brakel, Höxter und Steinheim auch die Malteser aus Altenbeken-Buke mit ihrer Feldküche beteiligt sind. Sie übernahmen auch die Verpflegung der Gäste.

Lehrer Bruno Ernesti hatte seinerzeit die Idee, den Schülern Erste-Hilfe-Kenntnisse zu vermitteln, um die Angst vor dem Helfen in kritischen Situationen abzubauen und die soziale Kompetenz zu fördern. "Heute schauen wir nicht mehr weg und trauen uns, sofort zu helfen, auch wenn es einmal blutig wird", berichten die Stahler Schulsanis über ihr neues Sicherheits- und Selbstbewusstsein.

Das Treffen sollte nicht nur dem Erfahrungsaustausch dienen. Die Schulsanis konnten sich auch messen und fortbilden. Dazu hatten die Malteser einen Wettbewerb mit zahlreichen Erste-Hilfe-Themen organisiert. So waren eine Kopfplatzwunde und eine allergische Reaktion nach einem Insektenstich zu behandeln, ein Rollstuhlfahrer über Bordsteinkanten zu schieben oder Erste-Hilfe-Anweisungen an Mitschüler zu geben, um einen Asthma-Kranken im verschlossenen Klassenzimmer zu versorgen.

"So lernen die Schülerinnen und Schüler frühzeitig, auf Notfallsituationen angemessen zu reagieren", erläutert Kurowski das Ziel der Veranstaltung, Die Mitarbeit im Schulsanitätsdienst kann aber auch Perspektiven für die Berufswahl oder in der ehrenamtlichen Notfallvorsorge erschließen. Auch über diese Möglichkeiten konnten sich die Teilnehmer und Besucher bei den Führungskräften der Malteser und anhand einer Fahrzeug- und Technikschau informieren.

Gewinner des Wanderpokals waren die Schulsanis des Gymnasium St. Kaspar Neuenheerse, die den Paderborner Malteser-Diözesanverband nun auch beim Bundeswettbewerb der Schulsanitätsdienste im September in Trier vertreten werden.

Die Ausbildung der Schulsanitäter beginnt ab der 7. Klasse. Die Malteser bieten darüber hinaus auch kostenlose Erste-Hilfe-Ausbildungen mit Selbstschutzinhalten an weiterführenden Schulen im Auftrag des Bundesinnenministeriums an.

Aktualisiert: Montag, den 21. Juni 2010 um 14:46 Uhr
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