Dort sammelten sich die 10 Kranken-, Rettungs- und Notarztwagen, das Notarzteinsatzfahrzeug aus Marienheide, sowie die Führungsfahrzeuge. Nach 45 Minuten wurde der Marschbefehl gegeben und die Kolonne setzte sich in Bewegung zum Bereitstellungsraum an einer an der A3 gelegenen Feuerwache der Berufsfeuerwehr Leverkusen.
Dort trafen im Laufe des Abends 7 weitere PTZ 10 aus ganz NRW, ein Behandlungsplatz 50 und eine Notarzt- Schnelleinsatzgruppe aus Bonn ein. Nach einigen Stunden wurde klar, dass die Rettungskräfte in Duisburg ausreichten, sodass sich die Einsatzkräfte auf eventuelle Zwischenfälle bei der Abreise der über 1 Millionen Love Parade-Besucher konzentrierten. Diese verlief glücklicherweise ohne größere Zwischenfälle. So wurde die Bereitschaft, nach einer guten Suppe, die die Hilfsorganisationen aus Leverkusen gekocht hatten, gegen kurz nach 1 Uhr aufgelöst und die Rettungskräfte konnten den Heimweg antreten.
Kurz nachdem unser Rettungswagen alarmiert wurde machte sich auch ein PSNV (Psychosoziale Notfallversorgung)-Team, bestehend aus drei speziell geschulten Mitarbeitern und dem Koordinator der oberbergischen Notfallseelsorge, auf den Weg zur Unglücksstelle. Dort richteten sie in einer nahe gelegenen Jugendherberge, zusammen mit Einsatzkräften aus Bonn-Beul, einen so genannten "Demobilisierungsbereich" ein. Ziel eines solchen Bereichs ist die Einsatzkräftenachsorge. Nach und nach sollten die 400 Malteser-Einsatzkräfte zu der Jugendherberge kommen. Diese waren zum Teil direkt an der Rettung der Verletzen und den Wiederbelebungsvesuchen der vielen Toten beteiligt. Andere hatten alles aus der Ferne mit ansehen müssen. Die teilweise psychisch schwer traumatisierten Einsatzkräfte wurden zunächst registriert und hatten dann die Möglichkeit mit Notfallseelsorgern, einem Krieseninterventions-Team und Psychologen zu reden.
Der Einsatz unseres PSNV-Teams zog sich bis weit nach 3 Uhr in der Nacht. In diesem Zeitraum wurden 180 Einsatzkräfte betreut. Erst gegen 5 Uhr trafen unsere Mitarbeiter wieder in Engelskirchen ein.
Dieser Tag wird uns wohl allen noch lange im Gedächnis bleiben. Er hat uns gezeigt, wie schnell aus den vielen Alarmbereitschaften bei Großereignissen, grausame Einsatzrealität werden kann.
Montag, den 26. Juli 2010 um 09:07 Uhr
Katastrophe bei der Love Parade Empfohlen
Autor: Administrator19 Menschen sterben und mehr als 300 werden verletzt. PSNV-Team und Rettungswagen im Einsatz
Zwar wurde bereits Wochen vor der Love Parade eine Urlaubssperre für alle Einsatzkräfte der Einsatzeinheit angeortnet, jedoch hat wohl niemand damit gerechnet, dass etwas vergleichbares passieren würde.
Gegen 17:50 Uhr schrillten die Melder. Alarmiert wurde unser Rettungswagen im Zuge des "Patiententransportzug 10" (PTZ 10) Konzeptes. Bereits 10 Minuten später machte sich unser Rettungswagen auf den Weg zum Brandschutzzentrum in Kotthausen.
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Stadtgeschäftsstelle Engelskirchen
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