Am Nachmittag standen sechs Workshops auf dem Programm. Dr. Andreas Müller-Cyran zeigte auf, was bei der Betreuung von größeren Personengruppen im Großschadensbereich zu beachten ist. Praktische Übungsmöglichkeiten gab es in den Seminaren "Körpersprache" mit Kommunikations- trainerin Dr. phil. Caroline Jonas oder "Zusammenarbeit in Teams" mit Bildungsreferentin Christina Fischer, wo schnell klar wurde, dass besondere Kleinigkeiten und Gesten - richtig angewandt - oft den entscheidenden Eindruck hinterlassen können. Interessante Infos rund um Bestattung und Bestattungsrecht gab Bestatterin und KIT-Beraterin Iris Menzinger, die sogar mit einer extra mitgebrachten alten Beerdigungskutsche aus dem 18. Jahrhundert den praktischen Unterschied zwischen damals und heute zeigte. Steffi Klatt - Umweltpädagogin und bekennende Waldliebhaberin - führte die Teilnehmer in einem besonderen Workshop mit Vertrauens- und Meditationsübungen in die Natur hinaus. Ein besonders schwieriges Thema - den plötzlichen Kindstod - beleuchtete Silvia Enzner. Sie stand als ehemaliges Mitglied der GEPS (gemeinsame Elterninitiative plötzlicher Säuglingstod) und selbst betroffene Mutter den Teilnehmern aus dem Blickwinkel der Betroffenen Rede und Antwort. Klaus Hippe, Kreisbeauftragter der Malteser Erding und erster Vorsitzender des KIT zeigte sich höchst zufrieden mit dem Symposiumstag. "Uns war es wichtig, den Teilnehmern eine Plattform für Austausch und Fortbildung zu geben". Das hat das Kriseninterventionsteam Erding Freising e.V. laut dem Fazit der Teilnehmer definitiv geschafft. Der reibungslose Ablauf der Veranstaltung und die Vielfalt der interessanten Themen ist nicht zuletzt dem großen Engagement der rein ehrenamtlichen Mitglieder des KIT Erding Freising e.V. sowie den Helfern der Malteser Erding zu verdanken, hier vor allem Simone Höldrich, Christine Rattenhuber, Christina Fischer, Iris Menzinger, Florian Haider und Daniela Hippe. Eines ist jetzt schon sicher - es wird bestimmt eine Fortsetzung des Symposiums der Krisenintervention in Freising geben.
Infos zum KIT:
Das Kriseninterventionsteam Erding Freising e.V. stellt seit 13 Jahren eine feste Größe in der psychosozialen Notfallversorgung in den Landkreisen Erding und Freising dar. So betreuten die rund 25 ehrenamtlichen Mitglieder in Zusammenarbeit mit den evangelischen und katholischen Notfallseelsorgern im vergangenen Jahr über 120 Betroffene - somit ist das KIT im Durchschnitt jeden dritten Tag im Einsatz. Das KIT betreibt eine Kooperation mit den Maltesern in Erding und kümmert sich um Betroffene nach traumatischen Ereignissen, wie z.B. Angehörige nach dem plötzlichen Tod eines Familienmitglieds, dem Tod eines Kindes oder Augenzeugen schwerer Unfälle. Weiterhin unterstützt das KIT die Polizei bei der Überbringung von Todesnachrichten und kümmert sich anschliessend um die Angehörigen. Eine Alarmierung des KIT durch Privatpersonen ist nicht möglich - im Rahmen von Notfalleinsätzen wird das KIT durch den Rettungsdienst, die Polizei oder die Feuerwehr über die integrierte Leitstelle Erding alarmiert. Die Finanzierung des Vereins läuft rein über Spendenbasis - weitere Informationen gibt es unter: www.arbeitskreis-krisenintervention.de
Erding: Symposium der Krisenintervention Empfohlen
Autor: Administrator
Das "3. Symposium der Krisenintervention" fand am vergangenen Samstag, den 19.6.2010 in Freising statt. Zusammen mit den Maltesern Erding freute sich das Kriseninterventionsteam Erding Freising e.V. als Veranstalter über knapp 200 Teilnehmer aus dem Bereich KIT, Notfallseelsorge, Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr, sowie Ärzte und Psychologen. Der Vormittag begann mit drei interessanten Vorträgen, am Nachmittag gab es dann Workshops für alle Teilnehmer. So gab gleich zu Beginn Prof. Dr. Matthias Graw, der Leiter des gerichtsmedizinischen Institutes in München, einen Einblick in die Arbeit eines Gerichtsmediziners und erklärte Besonderheiten bei der Todesfeststellung oder Obduktion. Dr. Robert Jofer, Anwalt für Strafrecht, erklärte, was zu tun ist, wenn der Einsatzort zum Tatort wird und man als Einsatzkraft mit den Themen Schweigepflicht oder anderen rechtlichen Fragen konfrontiert wird. "Dafür bist Du nicht zu klein" war das Thema von Theologe und Buchautor Waldemar Pisarski, der in vielen Beispielen erklärte, wie man Kindern nach einem traumatischen Ereignis beistehen kann.




