Sie habe gestaunt, wie viel die Kinder schon wussten. So kamen die Antworten auf die Fragen nach der Notrufnummer 112 "wie aus der Pistole geschossen", berichtete sie. Auch die fünf "Ws" wurden schnell genannt: Wo ist es passiert? Was ist passiert? Wie viele Verletzte oder Erkrankte gibt es? Welche Verletzungen oder Erkrankungen haben diese Personen? Diese Angaben helfen dem Disponenten auf der Leitstelle, wo der Notruf entgegengenommen wird, die geeigneten Hilfskräfte zu alarmieren. Das "Warten auf Rückfragen!" beschreibt das fünfte "W": Das Telefon soll erst dann aufgelegt werden, wenn der Disponent dazu auffordert.
Nach der einführenden Theorie durften die Schüler allerhand praktisches ausprobieren. Susann Richter zeigte den Schülern, wie sie aus einem ganz normalen Pflaster eines in Form eines Schmetterlings bekommen, das sich bequem um eine verletzte Fingerspitze kleben lässt. Aufwändiger war das Anlegen eines Verbandes. Dazu bekamen alle Kinder mittels Kunstblut eine Wunde verpasst, die sie von ihren Banknachbarn mit einer Kompresse und einem Fixierverband versorgen ließen. Wie echt das künstliche Blut wirkte, erfuhr einer der Schüler in der Klasse 3b: Ihm wurde beim Anblick des "Blutes" so schlecht, dass er sich außerhalb der Klasse erholen musste.
"Der Helfertag passt ideal in unseren Lehrplan", erklärte Klassenlehrerin Barbara Domanski. Es sei wichtig, dass die Kinder lernen, mit Verletzungen umzugehen, ergänzte sie. Toll fand sie es, dass die Malteser so gut ausgerüstet sind. "Wir hätten gar nicht das praktische Material dazu", bekannte sie.
Die Schüler der Klasse 4c an der Wallgutschule erarbeiteten mit den DLRG-Helfern Christine Gruber und Christian Rinn die wichtigsten Baderegeln: niemanden ins Wasser schubsen, nicht bei Gewitter im See oder im Freibad schwimmen, nicht mit vollem Magen baden und nicht ohne sich vorher abzukühlen ins Wasser zu stürzen. Auch das richtige Verhalten beim Eislaufen auf dem zugefrorenen See lernten die Kinder: Wenn sie merken, dass das Eis brüchig wird, sollen sie sich hinlegen und vorsichtig aus dem gefährlichen Bereich robben. Im Hof übte Melanie Oberholzner mit den Schülern den richtigen Gebrauch von Rettungsring und -ball sowie dem Wurfleinensack.
Höhepunkt an allen Schulen war mit Sicherheit die Besichtigung des DLRG-Tauchgruppenfahrzeugs samt Schlauchboot beziehungsweise eines Rettungswagens (RTW) der Malteser. Mit Unterstützung durch die Besatzung des RTW durften die Kinder den Umgang mit der Trage, dem Rettungsstuhl und sogar mit der Schaufeltrage und der Vakuummatratze üben.
Die neue Community-Site der Malteser Helferschaft - http://www.helferschaft.de - Denn Kommunikation ist unsere Stärke

Konstanz - Beim ersten Helfertag in Baden-Württemberg engagierten sich der Malteser Hilfsdienst und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) an vier Konstanzer Grundschulen. Unter dem Motto "Helfen macht Schule" vermittelten sie den Kindern Wissenswertes zum Verhalten in Notsituationen. Zwölf Mitglieder des Malteser Hilfsdienstes (MHD) besuchten die dritten Klassen in der Sonnenhaldeschule und die vierten Klassen der Grundschule Litzelstetten und der Stephansschule. Drei DLRG-Helfer besuchten die vierten Klassen der Wallgutschule. Insgesamt unterrichteten die Helfer rund 250 Schüler.



