Mit 52 lokalen Gruppen und 570 Mitgliedern, welche seit 2004 ausgebildet wurden, haben die Malteser den Gewaltopfern geholfen. "In den Gruppen arbeiten oft Frauen mit, die selbst Opfer von Überfällen und Vergewaltigungen wurden", sagt Ursula Salesse. Neben der medizinischen Versorgung geht es um die psychosoziale Betreuung der Frauen. Das Gespräch mit den Psychologinnen soll ihnen helfen, das Erlebte zu verarbeiten sowie Traumata zu therapieren.
Die Folgen einer Vergewaltigung sind nicht nur medizinischer und seelischer Art. Häufig wird das Opfer aus der Familie ausgeschlossen. Salesse: "Auf den Märkten und anderen öffentlichen Plätzen sprechen die lokalen Gruppen die Vergewaltigungen und ihre Folgen an und versuchen, die Menschen dafür zu gewinnen, sich um die Opfer zu kümmern, statt sie auch noch zu verstoßen", berichtet Salesse von Sensibilisierungskampagnen.
Die Malteser sind bereits seit 1996 im Nordosten der DR Kongo - in Süd-Kivu und Nord-Ituri - tätig. Derzeit engagieren sich 127 lokale und zehn internationale Mitarbeiter in den Bereichen Gesundheit und Ernährung, im Wiederaufbau von Infrastruktur sowie in der Nothilfe für Binnenflüchtlinge.
Malteser International ist das weltweite Hilfswerk des Souveränen Malteserordens für humanitäre Hilfe. Die Organisation leistet in rund 100 Projekten in 20 Ländern Hilfe für Menschen in Not, unabhängig von deren Religion, Rasse oder politischer Überzeugung. Die christlichen Werte und die humanitären Prinzipien der Unparteilichkeit und Unabhängigkeit bilden die Grundlage der Arbeit. Weitere Informationen: www.malteser-international.org und www.orderofmalta.org
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Rund 49.000 Frauen wurden in den vergangenen sechs Jahren nach Überfällen, Vergewaltigungen und anderen Gräueltaten im Krisengebiet des Süd-Kivu, einer Region im Osten der Demokratischen Republik Kongo, psychologisch und medizinisch versorgt. "Von sexueller Gewalt sind Frauen aller Altersklassen betroffen", erklärt die Malteser Projektmanagerin in der Region, Ursula Salesse. Sogar Dreijährige und 70-Jährige werden zu Opfern. In den insgesamt 64 Gesundheitszentren, die die Malteser im Süd-Kivu unterstützen, bekommen die Mädchen und Frauen ärztliche Hilfe und Medikamente etwa gegen Geschlechtskrankheiten und zur Prophylaxe einer HIV-Infektion.



