Montag, den 05. Juli 2010 um 08:43 Uhr

"Fazit der Großübung von Dr. Martin Roesen": Freiwilliges Engagement ermöglicht professionellen Bevölkerungsschutz Empfohlen

Autor: Administrator
Artikel bewerten
(0 Bewertungen)

"Fazit der Großübung von Dr. Martin Roesen": Freiwilliges Engagement ermöglicht professionellen BevölkerungsschutzFreiburg. 150 freiwillige professionell ausgebildete Helfer üben erstmalig in Baden-Württemberg, wie kontaminierte Verletzte bei einem Massenanfall versorgt werden. Das Amt für Brand- und Katastrophenschutz initiierte die Großübung. Der größte Teil der eingesetzten Materialien wie Zelte und Dekontaminationsanlagen sind von der öffentlichen Hand finanziert. Die helfenden Hände der Feuerwehrleute, der Malteser und der Helfer vom Deutschen Roten Kreuz sind jedoch alle von Ehrenamtlichen. 65 ehrenamtlichen Malteser sind auf eigene Kosten und mithilfe von Fördermitgliedsbeiträgen ausgebildet und dank ihrer eigenen Logistik einsatzbereit.

Dr. Martin Roesen, Stadtbeauftragter des Malteser Hilfsdienstes e.V. in Freiburg ist zufrieden: "Erstmalig haben wir den kompletten Ablauf von Anfang der Dekontamination bis alle Verletzten medizinisch erstversorgt waren trainiert. Diese Übung und die Zusammenarbeit aller Beteiligten verlief gut."

Angenommen ein Großbrand in einem Industriebetrieb lastet die Feuerwehr und den Rettungsdienst komplett aus. Viele Personen sind verletzt. Durch eine weitere Explosion bersten mehrere Behälter in dem Gefahrengutlager des Betriebs. Eine unbekannte Anzahl diverser Gefahrenstoffe werden freigesetzt. Rund 40 Personen sind teilweise verletzt und es besteht der Verdacht, dass die Personen kontaminiert sind.

In einer solchen Situation melden Piepser an den Gürteln von rund 80 ehrenamtlichen Maltesern in Freiburg den großen Notfall, d.h. den Massenanfall von Verletzten. Nur bei rund der Hälfte der Ehrenamtlichen ist es erfahrungsgemäß möglich, im Job alles sofort stehen und liegenlassen und zum Einsatzort zu eilen.

An diesem Samstag gilt es am Einsatzort, der Freiburger Messehalle, für die ehrenamtlichen Retter ihr Können sofort einzusetzen. Dies ist für erfahrene Sanitätshelfer und Rettungssanitäter fast Routine aufgrund der guten Ausbildung bei den Maltesern. Immer wieder üben die Malteser das Verhalten in Notsituationen. Neu ist jedoch, dass überall unsichtbar Gefahrenstoffe lauern und duzende von teils Schwerverletzten unter diesen Umständen versorgt werden müssen. Neu sind die orangen- und weißfarbigen Schutzanzüge mit Maske und Brille, die die eigene Beweglichkeit und Verständigung erheblich erschweren. Neu ist die Dekontaminationsanlage, die wie eine Waschstraße für Menschen wirkt. Neu sind die von Giftstoffen betroffenen Verletzten. Die Verletzten werden schnell auch mit Scheren von ihrer verseuchten Kleidung befreit. Wichtig ist, dass keine kontaminierte Flüssigkeit in die offenen Wunden läuft. Deshalb kleben die Helfer die Wunden mit Folie zu und decken Augen, Nase und Mund der Patienten mit Masken und Schwimmbrillen ab. Auf diese Weise können sie die Verletzten mit einer Art Nassreiniger absaugen. Anschließend werden die Verletzten gründlich abgespritzt. Die Großübung ist auch ein Materialtest. In Erfahrung gebracht werden soll beispielsweise welche Verbände dem Was-serkontakt standhalten.

Die Helfer der nichtverletzten Personen haben es da einfacher, sie müssen nur schauen, dass sich die kontaminierten Personen in den improvisierten Duschen selbst gründlich reinigen.

Ist eine Person nach dieser Prozedur dekontaminiert, muss sie schnell behandelt werden. Das heißt für die Helfer, dass der Ablauf zwischen Dekontamination und anschließender Behandlung reibungslos, ohne Panik und unter voller Konzentration schnell erfolgen muss. Die Helfer wissen, wie sie den Abrollbehälter, eine Art Container auf einem LKW der Feuerwehr, in kurzer Zeit in einen Behandlungsplatz mit 6 Zelten für 25 Verletzte aufbauen. Es gilt einen Behandlungsplatz+25 innerhalb einer Stunde nach dem Notfall eingerichtet und die 25 Verletzten in dieser Zeit erst versorgt zu haben. Kein Rettungsdienst und kein Krankenhaus ist auf die Versorgung so vieler Verletzter in so kurzer Zeit eingerichtet. Ehrenamtliches professionelles Engagement und die Unterstützung der Bevölkerung durch Spenden ermöglichen dies.

Eine gute Übung war auch, dass viele Helfer erlebet haben, wie es ist, Verletzter zu sein. 25 ehrenamtliche Malteser stellten Verletzte dar und mimten ihre Reaktionen. Die Wunden sahen durch spezielle Schminktechniken täuschend echt aus. Weil alles so realistisch war, hoffen alle diese Realität nie zu erleben, aber sie wissen jetzt nach dieser Großübung: "Freiburg ist gut vorbereitet", so das Fazit von Roesen.

Aktualisiert: Montag, den 26. Juli 2010 um 13:50 Uhr
Administrator

Administrator

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Login to post comments

Malteser Vorstand an der Basis

 

Fit in Fair Play

 

Malteser-iPhone-App

Malteser-iPhone-App

 

Kirchenzeitung Köln