Die Hilfsorganisationen erstellten bereits im Februar ihr Konzept zur medizinischen Notfallversorgung. Es basiert auf den neusten Erkenntnissen des Marathons in Berlin, die in der Dissertation von Dr. med. Alexandra Sachs verarbeitet wurden. Demnach werden die Sanitäter vor allem nach dem Lauf im Zielbereich gebraucht. Deshalb wird etwas mehr als die Hälfte der 260 Einsatzkräfte auch dort eingesetzt werden. Im Zieleinlauf werden die Sportler von zwei versierten Helfern hinsichtlich gesundheitlicher Probleme beobachtet und falls nötig sofort zum Medical Center geführt.
Viele Läufer ruhen sich nach dem Lauf auf der Stadionwiese aus. Ob sich ein Sportler zur Erholung oder aus gesundheitlichen Beschwerden hingelegt hat, ist für Sanitäter schwer erkennbar. Deshalb werden die Sportler in diesem Jahr proaktiv von den Helfern angesprochen und bei Bedarf von Transportteams zum Medical Center gebracht.
Die Marathonstrecke wird in diesem Jahr mit einem First Responder System (Ersthelfer vor Ort) abgedeckt. Ziel ist es innerhalb von fünf bis acht Minuten nach Alarmeingang beim Patienten zu sein. Die Notfallmeldung wird an die Abschnittsleitung übermittelt, welche den Einsatz an das nächststehende Rettungsmittel disponiert.
Bei allen Maßnahmen, die die Veranstalter und die Hilfsorganisationen im Rahmen der Notfallvorsorge für diesen Marathon treffen, liegt die Verantwortung für die persönliche Fitness und Gesundheit beim Sportler selbst.
Malteserarzt Dr. Matthias Frank rät deshalb: "Die Vorbereitung ist alles. An erster Stelle vor einem Marathon steht der Gesundheitscheck beim Arzt. Suchen Sie sich einen Arzt, dem Sie vertrauen und lassen Sie sich "auf Herz und Nieren untersuchen"." Wer mehr trainiert muss auch mehr schlafen. Der Körper braucht ausreichend Zeit um sich zu regenerieren. Die Schuhe müssen gut eingelaufen sein, die Kleidung ist den Wetterverhältnissen anzupassen.Kritische Stellen an den Füßen mit Pflaster gegen Blasen schützen und die Brustwarzen ebenfalls. "Auch die Achselhöhlen und die Oberschenkelinnenseiten sind sehr scheueranfällig. Vaseline an den Oberschenkeln und in der Gesäßspalte vermindert das Risiko eines "Lauf-Wolfs" ", meint Dr. Frank. Entscheidend ist, den Sonnenschutz nicht zu vergessen und die Ernährung optimal auf den Marathon abzustimmen.
"Wenn Sie eine extreme Belastung wie einen Marathon laufen, müssen Sie Ihren Mineralhaushalt gezielt beeinflussen", empfiehlt Dr. Frank . Magnesium und Kalium sind wichtig um Muskelkrämpfen vorzubeugen, aber auch um die bestmögliche Leistungsfähigkeit zu erhalten. Wer sich bei hochsommerlichen Temperaturen intensiv bewegt, verliert auch sehr viel Flüssigkeit. Wichtig ist während des Wettkampfs ausreichend zu trinken, etwa alle 30 Minuten und bevor der Durst kommt. Wer stündlich - beispielsweise eine Banane oder einen Energiesnack - isst, beugt dem Unterzucker vor. Der Malteserarzt betont „Nach dem Lauf sind Ihre Wasser- Elektrolyt- und Energievorräte mehr oder weniger erschöpft. Trinken Sie deshalb nach dem Laufen möglichst eine Mischung aus Fruchtsaft und Mineralwasser mit hohem Elektrolytgehalt, beispielsweise Apfelschorle.“ Nach dem Zieleinlauf ist lockeres Auslaufen und ausreichende Regeneration angesagt. Wichtig ist auch in dieser Phase, das Flüssigkeitsdefizit auszugleichen und die leeren Kohlenhydratspeicher wieder aufzufüllen.
Dienstag, den 31. August 2010 um 07:46 Uhr
Vorbereitung auf den FIDUCIA Baden-Marathon Karlsruhe: Malteserarzt Dr. Matthias Frank rät zum Gesundheitscheck Empfohlen
Autor: Administrator
Karlsruhe. Während tausende Läufer für den FIDUCIA Baden-Marathon am 19. September in Karlsruhe trainieren, laufen die Vorbereitungen für die medizinische Notfallvorsorge auf Hochtouren. Für den 28. Karlsruher Marathon übernimmt die Arbeitsgemeinschaft von fünf Karlsruher Hilfsorganisationen unter der Einsatzleitung der Malteser erstmalig den Sanitätsdienst. Veranstalter des Marathons ist ein eigener Trägerverein.
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Diözesangeschäftsstelle Freiburg
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