"Es ist wahnsinnig beeindruckend zu sehen, dass so viele Leute in einer friedlichen Atmosphäre miteinander singen, beten und zusammen feiern - ein kleiner Teil davon zu sein ist sehr schön", beschreibt die Malteser Helferin und Kinderkrankenschwester Karin Gehl die Faszination der Ministrantenwallfahrt. Der freiwillige Einsatzleiter, Steffen Kempf, ergänzt: "Über 900 Jahre alt ist die Tradition der Malteser, die in Jerusalem begann, Pilger und Hilfsbedürftige bei Wallfahrten medizinisch und sanitätsdienstlich zu versorgen." Eine Ministrantenwallfahrt in dieser Größenordnung ist aus sanitätsdienstlicher Sicht nur mit höchster Professionalität zu stemmen. Das wiederum ist kostenintensiv und nur durch ehrenamtliches Engagement finanziell tragbar.
Die 32 Malteser sind 24 Stunden einsatzbereit und übernehmen im Ernstfall die erste medizinische Versorgung, bis der örtliche Rettungsdienst eintrifft. In Rom erwartet man für die ganze Woche Temperaturen von über 30°C. Durch das heiße Klima leiden die "Minis" häufig an Sonnenstich, Sonnenbrand, Wassermangel und anderen Kreislaufproblemen. Die üblichen Kinderkrankheiten, mitgebrachte Sportverletzungen oder Entzündungen, Wunden und Fieber können die Helfer wie beim Weltjugendtag in Köln mit bis zu 100 Behandlungen in der Stunde auslasten. Den ehrenamtlichen Pfarreibegleitern und ihren Schützlingen ersparen sie dabei oft die Wege zu den Ärzten und örtlichen Krankenhäusern, von den damit verbundenen Sprachbarrieren und Formalitäten ganz zu schweigen. Allein unter den Freiburger Maltesern sind vier Ärzte freiwillig im Einsatz und auch die anderen 28 Helfer sind als Sanitätshelfer oder Rettungsassistenten ausgebildet. Zusätzlich bringen viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer ihre beruflichen Fähigkeiten und Talente ein. "Die Malteser haben in die Ausbildung der Ehrenamtlichen investiert und nun können alle Teilnehmenden die Früchte davon ernten", meint der Anästhesist vom St. Josefkrankenhaus in Freiburg, Dr. Daniel Schnitz, der seit seinem Zivildienst beim Malteser Rückholdienst bei den Maltesern engagiert ist. "Die Fördermitglieder unterstützen genau das: eine gute Ausbildung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte, gutes Material und die Einsatzbereitschaft vieler ehrenamtlicher Malteser", betont er anerkennend.
Die Rettungssanitäterin Leonie Hannappel ist beruflich als Assistenz bei Caritas International täglich mit der Situation in Haiti beschäftigt. Sie versichert: "wir haben uns gut vorbereitet, alles ist transparent gestaltet und ich habe keine Bedenken". Der Freiburger Einsatzleiter, Steffen Kempf meint, dass sich das Konzept bereits drei Mal bewährt hat. Den jungen Leuten empfiehlt er, das Schlafen und das Essen nicht zu vergessen, außerdem viel Wasser zu trinken, Pausen zu machen, Schatten aufzusuchen und vor allem niemanden alleine zu lassen, der Hilfe braucht. Neben der sanitätsdienstlichen Bereitschaft während der Gottesdienste versorgen die Malteser Freiburg die "Minis" in ihrem eigens eingerichteten medizinischen Zentrum in Rom. Die Malteser sind für alle Teilnehmenden jederzeit über eine Malteser-Mobilfunknummer erreichbar.Wenn Steffen Kempf, der in seinem normalen Leben als Elektrotechniker arbeitet, in seinem Umfeld von seinem Einsatz bei der Ministrantenwallfahrt erzählt, reagieren viele verwundert. Von manchen bekommt er Zuspruch, wieder andere schütteln nur mit dem Kopf. Mit den unterschiedlichen Reaktionen kann er leben: Vor 15 Jahren war er selbst noch einer der "Minis" und erinnert sich noch gut an das schon damals große gemeinschaftliche Erlebnis. Dieses Kindern zu ermöglichen und sich gleichzeitig den organisatorischen Herausforderungen und der Verantwortung zu stellen, das sind heute seine persönlichen Anreize, diesen Dienst zu tun. "Was gibt es Schöneres, als eine Stadt wie Rom arbeitend zu entdecken, da kommt man den Leuten am ehesten nah", sagt er glücklich.
Aber noch aus einem anderen Grunde gibt die Ministrantenwallfahrt der Freiburger Helfergruppe eine große Motivation sich weiter ehrenamtlich zu engagieren. Die dort gemachten Erfahrungen werden hilfreich sein, um beispielsweise auch bei einem Massenanfall von Verletzten im Freiburger Raum kompetent und eingespielt einsatzbereit zu sein.
Den Spagat zwischen dauernder Alarmbereitschaft und gemeinschaftlicher Glaubensvertiefung lassen sich viele der freiwilligen Helfer ihren Urlaub kosten. Andere erhalten von ihren Arbeitgebern unbezahlten Urlaub. "Für Ehrenamtliche besteht die Option, für ein solches Engagement Sonderurlaub zu bekommen", meint Leonie Hannappel. Sie findet es wichtig, dass dies bekannt ist. Kurz vor der Abfahrt des Konvois mit neun Fahrzeugen von der Freiburger Zentrale der Malteser in der Heinrich-von-Stephanstraße 14 meint sie, dass die Malteser Helfer die Verantwortung für 11.000 junge Menschen deshalb so gerne freiwillig übernehmen, "weil wir dahinterstehen".
Mittwoch, den 04. August 2010 um 11:29 Uhr
"Freiwilliger Sanitätsdienst, weil wir dahinterstehen" - Für die gesundheitliche und medizinische Versorgung der jungen Wallfahrer sorgen die Freiburger Malteser Empfohlen
Autor: Administrator
Freiburg. Für 11.000 Miniwallfahrer aus der Erzdiözese Freiburg begann die Ministrantenwallfahrt 2010 nach Rom am vergangenen Sonntag. Für eine Gruppe von Ehrenamtlichen der Malteser in Freiburg jedoch begann diese Wallfahrt bereits vor eineinhalb Jahren. Dieser Vorlauf war nötig, um den Sanitätsdienst für die 11.000 Kinder und Jugendlichen zusammen mit dem Erzbischöflichen Seelsorgeamt und bundesweit weiteren 60 Maltesern vorzubereiten. Noch nie waren so viel Teilnehmende aus der Region dabei. Rund ein Fünftel der 55.000 Ministrantinnen und Ministranten aus aller Welt sind allein aus dem Erzbistum Freiburg nach Rom gekommen, um "aus der wahren Quelle zu trinken" - so das diesjährige Motto.
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Diözesangeschäftsstelle Freiburg
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